Verbraucher Orientierung

Die Textilbranche hatte sich in der Vergangenheit einige üble unauswaschbare Flecken in der weißen Weste eingehandelt und diese sind sowohl den Konsumenten als auch den Medien nachhaltig in Erinnerung geblieben. Geändert hat sich freilich nur sehr wenig. Bei diesen Skandalen kamen die zum Teil erschreckenden Verhältnisse ans Licht, unter denen Erwachsene und sogar Kinder in Entwicklungsländern für große Unternehmen der Branche arbeiteten.

Keinen geregelten oder bezahlen Urlaub, unzumutbare Arbeitsumstände, mangelnde Aufklärung über Gefahren und einen Hungerlohn – das waren die traurigen Resultate einer eingehenden Untersuchung der Methoden, mit denen manche namhaften Unternehmen arbeiten, alleine aus diesem einen Grund, ihre Produkte im Preis unter die Preise der Konkurrenten drücken zu können und sich so neben einem besseren Umsatz insbesondere auch seine Marktposition zu sichern oder zu verbessern.

Vom ethischen Standpunkt aus ist es enorm schwierig hier Schuldzuweisungen zu machen. Denn insbesondere große Unternehmen oder Unternehmensgruppen werden von einer beinahe unüberschaubaren Menge von Entscheidungsträgern geführt, die auf verschiedenen Ebenen immer die Verantwortung für kleinere Entscheidungen treffen. Es gilt das berühmte und viel genutzte Bild des kleinen Zahnrädchens in einem größeren Mechanismus. Schuld und Verantwortung gehen miteinander einher. Wenn nun aber die Verantwortung unüberschaubar verteilt ist, wird es schwieriger. Bei einigen Herstellern wie Reebok hat man es schon verstanden. Der Verbraucher, der am Ende der Entscheidungskette steht, hat noch die größte Freiheit. Hier setzen die meisten Aktivitäten zum Schutz von ausgebeuteten Menschen und Naturgebieten an und versuchen den Verbraucher zu sensibilisieren. Viele nehmen es sich zu Herzen und haben ein gutes Gewissen dank Naturmode, weil sie sich bewusst von Produkten distanzieren, an denen sich wenige auf Kosten vieler einfacher Arbeiter, sogar Kinder zum Teil, bereichern.

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